Knigge-wann darf geduzt werden?

 

In immer mehr Unternehmen wird das „Du“ mittlerweile zur gängigen Ansprechform.

Es ist ein Teil der Firmenpolitik.

Trotzdem sollte man nicht wahllos anfangen seine Kollegen und Kolleginnen zu duzen.

Es gibt ein paar Benimmregeln diesbezüglich:

  1. Es gibt kein einseitiges „Du“ – entweder alle duzen sich oder alle siezen sich.
  2. Die Dame bietet dem Herren das „Du“ an.
  3. Der Ältere bietet dem Jüngeren das „Du“ an.
  4. Der Hochrangige bietet dem „Untergestellten“ das „Du“ an.
  5. Das „Du“ gilt lebenslänglich. Man kann es nicht wieder zurücknehmen.

Im Arbeitsalltag ist es auf jeden Fall freundlich ersteinmal alle zu siezen.

Wenn im Büro eine andere Umgangsform herrscht wird man Ihnen das mitteilen. Hier muss man auch klar differenzieren: Je nach Alter reagieren die Menschen anders.

Die Mehrzahl der über-40-Jährigen sehen es als Beleidigung, wenn Sie, ohne es angeboten zu haben, geduzt werden.

Die oben genannten Regeln sollten eingehalten werden.

Sie müssen auch beachten in welcher Branche Sie tätig sind.

Die Finanzbranche gilt als konservativ, hier sollten Sie warten, bis Ihnen das „Du“ angeboten wird.

In der Online-Branche gehört das „Du“ zum guten Ton.

In den meisten Fällen wird in diesen Branchen automatisch geduzt.

Vorteile vom Duzen

  1. Die Firmenkultur wirkt offener. Die Hierarchien wirken flacher.
  2. Der Teamgeist kann so gefördert werden. Man entwickelt ein Zusammengehörigkeitsgefühl.
  3. Förmliche Barrieren fallen weg.
  4. Neue Kollegen fühlen sich direkt aufgenommen.

Nachteile von Duzen

  1. Zu viel Nähe kann entstehen. Manche Menschen wissen nicht wann die Grenze erreicht ist und der Umgangston kann einfacher entgleisen.
  2. Es wird zuviel Privates erzählt- der Arbeitsplatz ist schließlich keine Privatveranstaltung.

Wann ist es unhöflich zu duzen?

Sie haben nun hier die Knigge-Richtlinien gelesen.

Wenn Sie nun unaufgefordert Ihre Kollegen duzen ist das unhöflich.

Noch unhöflicher wird es, wenn Sie Ihre Kollegen duzen obwohl Ihnen bereits mitgeteilt wurde, dass dies nicht erwünscht ist.

Es gilt auch als unhöflich Ranghöhere, Vorgesetzte, Beamte oder Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes (Richter, Polizisten) sowie Würdenträger ( Pfarrer, Priester) zu duzen.

Darf man das „Du“ ablehnen?

Generell gilt, dass Sie alles dürfen solange Sie freundlich und respektvoll bleiben.

Was dieses Thema angeht haben Menschen eine andere Wahrnehmung.

Für viele ist die Anrede kein Anzeichen von Höflichkeit, denn schließlich kann auch jemand gemein werden, wenn er/sie siezt – der Ton macht die Musik!

Andere sehen das als Anzeichen von Höflichkeit, denn so gehört es sich schließlich.

Die Persönlichkeitsrechte sollten eingehalten werden und die Distanz nach Möglichkeit auch.

Wenn Sie nicht geduzt werden möchten, können Sie das ruhig sagen. Sie müssen sich nicht erklären – es ist aber höflicher!

So eine Ablehnung kann für Ihren Gegenüber verletzend sein.

Sagen Sie weshalb Sie nicht geduzt werden möchten:

„Ich fühle mich wohler, wenn wir am Arbeitsplatz professionell sind und uns siezen! Trotzdem vielen Dank für das Angebot!“

Zurück zum „Sie“

Wurde Ihnen das „Du“ angeboten und Sie haben das Angebot angenommen fühlen sich aber jetzt mit dieser Entscheidung nicht wohl?

Tja! Das kann nun wahrlich zum Problem werden.

Generell gilt, dass man ein „Du“ nicht wieder rückgängig machen kann. Wenn Sie sich nun aber gänzlich unwohl fühlen, können Sie es (allerspätestens) am nächsten Tag noch widerrufen.

Dann kann man noch so was sagen wie:

„Es tut mir leid. Ich habe eine Nacht drüber geschlafen und würde mich doch wohler fühlen, wenn der Arbeitsplatz ein professioneller Bereich bleibt und wir uns weiterhin siezen. Wir können ja trotzdem toll zusammenarbeiten.“

Weil diese Art des Widerrufrechts äußerst unangenehm ist und Sie sich damit doch recht schnell sehr unbeliebt machen können ist es unbedingt ratsam so ein Angebot mit Bedacht anzunehmen und dann auch dabei zu bleiben.

Dieser Blogbeitrag ist eine gekürzte Zusammenfassung von einigen Knigge-Regeln.

Da dieses Thema sehr persönlich ist, ist es immer ratsam im Einzelfall zu entscheiden und sich erstmal an die Knigge-Regeln zu halten!